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Deutschland, Deine Döner -
Was essen wir da eigentlich? (44 Min., SWR 2018)


Buch/Regie: Cordula Stadter und Carsten Rau
Redaktion: Thomas Michel
Produktion: PIER 53 Filmproduktion


Nevzat Salim sagt, er habe den Döner in Deutschland erfunden, 1969 in Reutlingen. Da sei er auf die Idee gekommen, am Drehspieß gegrilltes Fleisch in große Brötchen zu füllen und zu verkaufen. Der Startpunkt für eine rasante Erfolgsgeschichte, sagt Nevzat Salim. Eine Erfindung, die aber auch andere Döner-Pioniere in Deutschland für sich reklamieren.

Anfangs hingen am Spieß noch aufeinander geschichtete Lamm- und Rinderscheiben, getreu dem jahrhundertealten türkischen Original, so wie es Nevzat Salim in seiner Heimatstadt Bursa kennengelernt hatte. Doch in vielen Döner-Restaurants in Deutschland hat sich heute der Hackfleischspieß durchgesetzt, ein Gemisch aus Rind-, Kalb- und Putenfleisch. Wenn er aus 60 Prozent oder weniger Hack besteht, darf auch ein solcher Spieß den Namen Döner Kebab tragen. Doch diese Hackspieße können problematisch sein: Sie seien besonders anfällig für Panschereien, sagt Axel Bornemann, einer der Lebensmittelkontrolleure der Stadt Stuttgart. Und bei diversen Gammelfleisch-Skandalen geriet immer wieder auch Dönerfleisch in den Fokus der Ermittlungen.

Die AutorInnen Cordula Stadter und Carsten Rau begleiten für ihren Film DEUTSCHLAND, DEINE DÖNER Kontrolleur Bornemann und seine Kollegen durch Imbisse, sie drehen in Fleischfabriken, machen eigene Testkäufe und lassen das Dönerfleisch anschließend im Labor analysieren. Das Ergebnis: Neben Geschmacksverstärkern werden vor allem Fett und künstliche Phosphate in Mengen zugesetzt, um Wasser zu binden und das Fleisch in Form zu bringen. Denn je mehr Wasser, desto schwerer wird der Spieß und desto teurer kann er an den Döner-Imbiss verkauft werden. Ein Trick, der zu Lasten der Döner-Konsumenten gehen kann, warnen Ernährungswissenschaftler. Denn zu viel Phosphat kann zu gravierenden Gesundheitsschäden führen.

DEUTSCHLAND, DEINE DÖNER ist eine ebenso brisante wie unterhaltsame Spurensuche, einmal quer durch die Republik, die die AutorInnen schließlich bis in die Türkei führt, wo sich die traditionellen Fleischspieße schon seit Jahrhunderten drehen.