FÜR IMMER

(87 Min., D 2023)

FÜR IMMER

(87 Min., D 2023)

Im Winter 1952 haben Eva und Dieter das erste Mal miteinander getanzt. Sie haben geheiratet, ein Haus gebaut, drei Kinder bekommen. Sie haben gestritten, gezweifelt, Krisen gemeistert und sind zusammen alt geworden. Nun beginnen Evas Kräfte zu schwinden. Ein allerletztes Mal schlagen sie als Paar einen neuen Weg ein, blicken zurück auf die glücklichen Momente, aber auch auf das Unvermeidliche, das vor ihnen liegt. Wie gelingt dieses Leben zu zweit?

In ihrem fein beobachteten Dokumentarfilm FÜR IMMER ergründet Grimme-Preisträgerin Pia Lenz eine jahrzehntelange Liebe – wie sie beginnt, fortbesteht und sich bewahren lässt – vom ersten Kuss bis zum letzten gemeinsamen Augenblick. Alte Fotos, Briefe und Tagebucheinträge, denen Nina Hoss ihre Stimme leiht, geben humorvolle und schonungslos ehrliche Einblicke in das Innenleben einer langjährigen Beziehung. Ein poetischer Film über unsere tiefe Sehnsucht nach Verbundenheit, die bis zum Ende bleibt.

Buch/Regie: Pia Lenz
Kamera: Pia Lenz, Henning Wirtz
Schnitt: Ulrike Tortora
Sprecherin: Nina Hoss
Musik: Alexis Taylor, Stella Sommer
Mischung: Yannick Rehder
Redaktion: Timo Großpietsch (NDR), Harald Kirchner (SWR)
Produktion: PIER 53 Filmproduktion
Produzenten: Carsten Rau und Hauke Wendler
Verleih: Weltkino (D), Polyfilm (A)

Weitere Infos, Fotos und Videos zum Film:
www.instagram.com/fuerimmer.kino

Presseheft zum Film:
Download PDF

FESTIVALS

DOK.fest München
Filmfest Hamburg
Braunschweig Int. Film Festival
Nordische Filmtage

PRESSESTIMMEN

„Ein kleiner, feiner Film über ein sehr großes Thema (…)Sehr sehenswert.“
(Marietta Slomka, ZDF)

„Ein anrührender Film“
(Ingo Zamperoni, Tagesthemen, ARD)

„Eine berührende Ode an beständige Liebe.“
(Abendzeitung München)

„Das ist ein wunderbar warmherziger Film. Der jeden etwas angeht.“
(Münchner Merkur)

„FÜR IMMER ist ein Film für jede Generation. Weil er rührend ist, wichtig, lebensklug und vor allem: völlig zeitlos.“
(Barbara Lueg, Heute Journal, ZDF)

„Grimme-Preisträgerin Pia Lenz spürt in ihrem bewegenden Film FÜR IMMER dem Nichtgesagten in einer langen Liebe nach (…) Lenz, die häufig selbst die Kamera geführt hat, schafft einen unglaublich intimen Raum.“
(Britta Schmeis, epd Film)

„Man nimmt ein Gefühl tiefer Zufriedenheit aus diesem Film mit. Eine Verwunderung darüber, wie unspektakulär die Dinge sein können, auf die es im Leben ankommt.“
(Kino-zeit.de)

„Ein Film, der glücklich macht. Trotz aller Traurigkeit des Abschieds.“
(Barbara Block, Kultur – Das Journal, NDR)

„Berührend und lebensnah“ (Ann-Claire Richter, Braunschweiger Zeitung)

„FÜR IMMER ist ein wichtiger Film. Zugewandt, neugierig und unverstellt schaut die Regisseurin und Kamerafrau Pia Lenz dem wunderbaren Paar Eva und Dieter Simon beim älter werden zu (…) Der Film zeigt, was Dokumentarfilm kann, wenn man ihn lässt.“
(Jury zur Vergabe des VFF Dokumentarfilm-Produktionspreises)

“Immer wieder liest Eva aus ihrem Tagebuch. In ihren Zeilen und dem flüchtigen Miteinander der eingespielten Eheleute findet der Film seine schönsten Momente und eine ganz eigene, zarte Melancholie.”
(Pamela Jahn, indiekino.de)

„Ein besonderer Dokumentarfilm über eine wirklich große Liebe.“
(Julia-Niharika Sen, NDR, Hamburg Journal)

„FÜR IMMER erzählt nicht nur vom gemeinsamen Leben zweier Menschen, sondern auch von der Sehnsucht, sein Leben mit jemandem zu teilen (…) ein zauberhafter Film.“
(Peter Osteried, programmkino.de)

„Schön, intensiv, traurig – eine richtige Liebesgeschichte.“
(katholisch.de)

“So individuell die Geschichte dieses Paares auch ist, sie steht in diesem Film auch als pars pro toto für die Kraft des FÜR IMMER der Liebe. Eine Liebe, die kein verkitschtes Ideal ist, kein zuckergussverschmiertes Bilderbuch. Sondern eine Liebe, die ein Versprechen auf ein gemeinsames Leben ist. Und die an einem bestimmten Punkt den einen gehen und den anderen zurück lässt.“
(FBW zur Vergabe des Prädikats ‚Besonders wertvoll‘)

FERNSEHEN / RADIO

INTERVIEW

Pia Lenz (Foto: Julia Sellmann)

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein altes Paar bis zum Tod zu begleiten?
Pia Lenz: Mein Großvater war an Alzheimer erkrankt, meine Großmutter hat ihn bis zum Schluss gepflegt. Die veränderten Rollen und der nahende Abschied haben etwas sichtbar gemacht, das ich bei den beiden vorher noch nicht gesehen hatte. Ich habe mir in dieser Zeit viele Fragen gestellt, die in der eigenen Familie schwer zu thematisieren sind. Schon damals ist die Idee zu diesem Film entstanden.

Der Film weist eine große Nähe und Intimität auf. Wie ist diese Verbindung zu Eva und Dieter entstanden?
Pia Lenz: Ich habe Eva und Dieter über eine Zeitungsanzeige kennengelernt. Als ich die beiden zum ersten Mal in ihrem Garten besucht habe, war ich sofort von den beiden und diesem besonderen Ort mitten in der Natur inspiriert. Eva und Dieter haben sich zum Glück schnell auf mich und das Projekt eingelassen. Meine Arbeitsweise ist dabei entscheidend für die Nähe, die dann entstehen kann. Ich drehe in der Regel allein, ohne große Technik und verbringe sehr viel Zeit mit meinen Protagonisten. Die Kamera ist immer dabei, bleibt aber auch oft in der Tasche. Wir lassen uns gemeinsam auf diese unvorhersehbare Reise ein, lernen einander kennen und ich versuche immer eine gewisse Offenheit zu behalten. Es war gut, dass wir so viel Zeit zusammen hatten, bevor es Eva schlechter ging. Am Ende gab es ein absolutes Vertrauen zwischen uns dreien, wir kamen irgendwann fast ohne Worte aus.

Was war bei dieser intensiven Langzeitbeobachtung für Sie die größte Herausforderung?
Pia Lenz: Man kann so einen Film nicht machen, wenn man eine professionelle Schutzhülle um sich trägt. Evas Krankheit, ihre zunehmende Schwäche, die Hilflosigkeit, das Abschiednehmen, Dieters Trauer – das ist mir natürlich alles sehr nahe gegangen. Außerdem ist es eine sehr große Verantwortung, die ich für die beiden trage, weil sie mir quasi ihr ‚ganzes Leben‘ anvertrauen. Als Filmemacherin war es außerdem ein herausforderndes Projekt, weil der Stoff und die Entwicklung komplett offen waren. Ich wusste zu Beginn ja nicht, wie viel gemeinsame Zeit wir haben würden. Werden es eher drei Jahre oder zehn? Ich habe deshalb viel Material gesammelt. Da musste sich meine Editorin Ulrike Tortora wochenlang mit mir durcharbeiten. Und auch von meinen Produzenten war es mutig, sich auf all diese Unvorhersehbarkeiten einzulassen.

Wussten Sie von Beginn an, wie Sie den Film erzählen wollen?
Pia Lenz: Ich wusste, dass es ein unsentimentaler, intimer und geduldiger Blick auf das Alter und eine lange Paarbeziehung werden sollte. Und dass ich mich ausschließlich auf die beiden konzentrieren wollte. Mir ging es von Beginn an auch darum, Intimes und Unbewusstes über Eva und Dieter und ihre Beziehung zu erfahren. Und das geduldig mit der Kamera zu beobachten.

Was hat Sie bei der Produktion dieses Films am meisten überrascht?
Pia Lenz: Vor allem Eva und Dieter haben mich immer wieder überrascht. Ihr befreiender Humor in den schwierigsten Situationen. Diese schonungslose Ehrlichkeit, vor allem bei Eva. Relativ zu Beginn der Dreharbeiten sprach sie in einem Nebensatz von ihren Affären. Dieter saß ihr am Küchentisch gegenüber und die beiden redeten darüber, als ginge es um eine vergangene Urlaubsreise oder sowas. Ich erinnere mich auch noch gut daran, dass ich irgendwann fragte, ob es alte Briefe aus jungen Jahren gäbe. Etwa ein Jahr später hat Eva mir all ihre Tagebücher und Briefe anvertraut. In dem Moment hat sich für mich eine ganz neue Welt eröffnet. Ich hatte plötzlich Zugang zum Innenleben der jungen Eva und habe mich sehr stark mit ihr identifizieren können. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Wie ist FÜR IMMER bei der Familie von Eva und Dieter Simon angekommen?
Pia Lenz: Wir wussten alle drei, dass wir den fertigen Film niemals gemeinsam im Kino sehen würden, wie das normalerweise ja der Fall ist. Als Eva auf dem Sterbebett lag, habe ich ihr Szenen gezeigt, die wir damals schon geschnitten hatten. Sie war bereits sehr schwach, aber ich konnte spüren, dass sie zufrieden war. Sie hat in dem Moment damit abschließen können und mir noch Gedanken mit auf den Weg gegeben. Das war ein sehr schöner Moment zwischen uns. Etwa ein Jahr später habe ich den fertigen Film mit Dieter und den beiden Töchtern geschaut. Ich weiß, dass es für Dieter nicht einfach war, aber er mochte den Film sehr und sagte, dass er seine Beziehung mit Eva darin auf eine neue Art entdeckt hat.

Was nehmen Sie persönlich aus dieser beeindruckenden Produktion mit?
Pia Lenz: Ich kann tatsächlich sagen, dass sich mein Blick auf Beziehungen und das Alter mit der Arbeit an diesem Film verändert hat. Die beiden haben meinen Horizont erweitert. Evas und Dieters Auseinandersetzung mit dem Leben, dem Sterben und dem Tod so intensiv begleiten zu können, war ein großes Privileg. Ich hoffe, dass ich von den beiden diese Demut mitnehmen kann, das Leben so zu nehmen, wie es kommt.

CREDITS

Eine PIER 53 Filmproduktion

in Koproduktion mit
Norddeutscher Rundfunk
Südwestrundfunk

mit Unterstützung von
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
MOIN-Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Buch und Regie
Pia Lenz

Kamera und Ton
Pia Lenz
Henning Wirtz

Editorin
Ulrike Tortora

Beratung Bildgestaltung
Yunus Roy Imer

Transkription
Sophia Hecht
Claus Hegmann

Film Stills
Julia Sellmann
Henning Wirtz

Schnittassistenz
Lukas Hinsch

Titeldesign
Pauline Branke

Grafik
Nina Höffken
Katja Reise

Musikberatung
Martin Hossbach

Musik
Alexis Taylor
Stella Sommer

Sprecherin
Nina Hoss

Sprachaufnahme
Sebastian Bender, Loft Tonstudios Berlin

Foley Artists
Pete Burgis
Franziska Treutler

Dialogschnitt
Malte Bruhn, Tonik Studio

Sounddesign
Timo Lindemann, Tonik Studio

Mischung
Yannick Rehder, Tonik Studio

Colorist
Ronney Afortu, Optical Art

DI Supervisor
Frank Hellmann, Optical Art

Mastering
Stefan Tänzler, Optical Art

Dramaturgische Beratung
Ulrike Tortora

Zusätzliche Beratung
Maya Maffioli, First Cut Lab
Wim Vanacker, First Cut Lab

Steuerberater
Ralph Homuth

Rechtsberatung
Klaus Siekmann, NDR

Produktionsassistenz
Andrea Pittlik
Jenny Lange, NDR

Produktionsleitung
Stefan Hoffmann
Tim Carlberg, NDR
Thomas Lorenz SWR

Redaktion
Timo Großpietsch, NDR
Harald Kirchner, SWR

Produzenten
Carsten Rau und Hauke Wendler

Verleih
Weltkino (Deutschland)
Polyfilm (Österreich)